Weniger Unfälle dank Überschlags-Simulator
Freiburg – Die Landwirtschaft ist die Branche mit der dritthöchsten Unfallhäufigkeit pro 1000 Arbeitnehmende. Mehr als die Hälfte der tödlichen Unfälle ereignet sich im Umgang mit Maschinen und Fahrzeugen. SAFE AT WORK klärt auf und sensibilisiert: unter anderem mit einem Überschlagssimulator-Simulator.
Unfälle in der Landwirtschaft sind heute zunehmend dem falschen Umgang mit sicheren Fahrzeugen und Maschinen zu zuweisen. Grund dafür sind oft Zeitdruck und Stress, fehlen-des Wissen oder falsche Risikoeinschätzung, erklärt Etienne Junod, Direktor Romandie der SPAA Service de prévention des accidents dans l'agriculture in Moudon. Landwirte sind sich den Gefahren zu wenig bewusst und gehen teilweise zu grosse Risiken ein. So tragen zum Beispiel viele Traktorfahrer keinen Sicherheitsgurt, obwohl diese in den meisten Fahrzeugen eingebaut sind. Dabei kann ein Sicherheitsgurt bei einem Sturz davor schützen, aus dem Fahrzeug geschleudert zu werden, betont Etienne Junod.
Live erleben, welchen Nutzen ein Sicherheitsgurt hat
Anlässlich des Kampagnenstarts von SAFE AT WORK im Bereich der Landwirtschaft ist der schweizweit erste Überschlags-Simulator vorgestellt worden. Im Überschlags-Simulator, der einer Traktorkabine nachempfunden ist, erlebt man direkt, wie sich ein Traktorsturz auf den Körper auswirken könnte und welchen Nutzen dabei die Sicherheitsgurte mit sich bringen. Die bemerkenswerte Erfahrung ist bei den Landwirten positiv aufgenommen worden. „Das Live-Erlebnis zeigt deutlich auf, wie wichtig das Tragen eines Sicherheitsgurtes ist“, erklärten die Landwirte, welche den imposanten und fühlbaren Kipp-Mechanismus erlebten. In Zukunft wird der Überschlags-Simulator an den landwirtschaftlichen Ausbildungszentren zum Einsatz kommen und den Besuchern von Publikums- und Fachmessen zur Verfügung stehen. Auf diese Weise wird die Zielgruppe ideal sensibilisiert. Dies bestätigen auch die Landwirte: „die Wichtigkeit des Sicherheitsgurtes aktiv erleben, ist besonders einprägsam.“
Weitgreifende Präventionskampagne
Die Präventionskampagne für die Landwirtschaft will das Bewusstsein für die Gefahren ver-bessern und damit das Verhalten nachhaltig ändern, erklärt Dr. Serge Pürro, Geschäftsführer der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS. Personen, die mit Maschinen und Fahrzeugen arbeiten werden dank Schulungen, Broschüren und Checkli-sten umfassend informiert.
Profis fahren besser
Bestandteil der Präventionskampagne ist ebenfalls ein Fahrtraining für Lenker von landwirt-schaftlichen Fahrzeugen. Anlässlich eines spezifischen Fahrtrainings, welches im Driving Center in Sennwald/SG im Dezember 2010 stattfinden wird, können die Landwirte unter an-derem die Fahrphysik von Traktoren und Anhänger kennenlernen, den sicheren Umgang mit Fahrzeugen erlernen und persönlich erfahren wie man in Grenzsituationen rasch und richtig reagiert.
In die Präventionskampagne mit einbezogen werden auch die Händler von Landwirtschafts-maschinen und Fahrzeugen, denn sie sollen bei der Beratung und der Inbetriebnahme der Maschinen und Fahrzeuge auf deren sicheren Umgang hinweisen. Die Präventionskampa-gne wird von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL erarbeitet und durchgeführt und von der EKAS unterstützt.
SAFE AT WORK – Unfälle verhüten, Leben retten
Die EKAS reagiert mit der «Vision 250 Leben» auf die hohe Anzahl schwerer Arbeitsunfälle. Durch Prävention sollen bis Ende 2015 rund 250 Leben gerettet und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle verhindert werden. Dabei setzen die Präventionsprojekte gezielt da an, wo die meisten Unfälle geschehen. Gemeinsam mit den betroffenen Branchen werden Lö-sungsansätze erarbeitet und unter dem Label «SAFE AT WORK» umgesetzt. Die Internet-plattform www.safeatwork.ch beinhaltet aktuelle Informationen zu den Projekten und Aktio-nen und rund um das Thema Arbeitssicherheit.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS,
Daniel Stuber
Kommunikationsberater EKAS
E-Mail: daniel.stuber@safeatwork.ch
Tel: 026 350 36 57
Aufgaben der EKAS
Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS fungiert im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz als Drehscheibe: Sie sorgt für die einheitliche An-wendung der Sicherheitsvorschriften in den Betrieben, die koordinierte Verteilung finanzieller Mittel und für eine partnerschaftliche, effiziente Zusammenarbeit von kantonalen Arbeit-sinspektoraten, SECO, Suva und Fachorganisationen. Mehr Informationen unter www.ekas.ch.
SAFE AT WORK ist ein Präventionslabel der EKAS, des SECO und der Kantone für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.


